Vereinshistorie
Am 2. Mai 1990 wurde von Engagierten hauptsächlich aus der kirchlichen Arbeit mit an den Rand gedrängten Menschen bewusst nach dem 1. Mai als historischem „Tag der Arbeit“ und diesem der Gewerkschaftsbewegung vorbehaltenen Tag bewusst aber im Zusammenhang mit ihm die RECYCLINGBÖRSE an der Jüderstraße 1 in Herzogenrath gegründet. Das zunächst als Umweltinitiative mit dem Sammeln von leeren Mehrweg-Weinflaschen pragmatisch orientierte Projekt hatte zu Beginn nichts mehr als eine leere Lagerhalle, aber schon eine Fülle von weitergehenden Ideen und Zielen, die gesellschaftlich relevanten Bereiche von Arbeit und Umwelt miteinander in Spiel zu bringen und mögliche Verknüpfungen darzustellen, den Umweltbereich, der damals Hochkonjunktur hatte, beschäftigungsrelevant auf- uns auszubauen.
Anders als allenthalben üblich wurde also das praktische Standbein zunächst in den Vordergrund gestellt, um dann mit dem Rechtsträger Förderverein Arbeit und Umwelt in der Region Aachen e.V. erst nachrangig den Rechtsträger zu gründen, der schon bald wie geplant die Gemeinnützigkeit beantragte, dem auch seitens des Amtsgerichtes Aachen nach der Gründungsversammlung entsprochen wurde.
Schon bald erweiterte der gewählte Vorstand die Sparten dessen, was angenommen wurde und seither konnten dort alle recyclingfähigen Materialien und auch Möbel und Hausrat abgegeben werden und unter Zuhilfenahme von vom Arbeitsamt gewährten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen entwickelt sich die Initiative schon bald zum Selbstläufer und zur ersten kleinen betrieblichen Einheit im gesamten ehemaligen Gebiet des Kreises Aachen.
Mit und mit wuchsen Verein und Betriebsstätten zu einem am Gemeinwohl orientierten und aufeinander abgestimmten Netzwerk und nach der Gründung des Gebrauchtwarenkaufhaus PATCHWORK in Herzogenrath-Merkstein am……und dem GRENZENLOS in Herzogenrath-Mitte seit… und erfuhren schließlich mit der Gründung des „Soziokulturelles Zentrum Klösterchen“ an der Dahlemer Straße 28 gleichfalls in Herzogenrath im Jahr 1996 ihre vom Vorstand konzeptionierte Umsetzung des dann so erweiterten Spektrums mit dem neuen Vereinsnamen Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen e.V.- kurz FAUK e.V.- die seither eine mehr als bewegte Initiativ- und Unternehmensgeschichte prägen konnte, die auf den folgenden Seiten dieser Homepage im Detail entfaltet werden wird und will.
Arbeit
Der Begriff der „Arbeit“ ist in der Trias der drei Sektoren, die im Vereinsnamen ausgeprägt werden, sicher der prioritäre und war der Gründungsidee nach der vordergründigste Bereich, wenngleich immer mit den anderen Sektoren eng verknüpft.
Arbeit ist mit Lebenszeit, Energie und Mühe verbunden, wie jeder aus eigener Erfahrung weiß und meint hier zunächst das zivilgesellschaftliche Engagement, dass die Vereinsgründer trotz des hohen persönlichen Einsatzes angetrieben hat.
Arbeit aufzuwenden, um für andere Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keiner oder keiner regelmäßigen Erwerbsarbeit nachgehen können, sollte zu einer der Zweckbindungen für den trägerverein und seine Akteure werden.
Dabei war und ist die Überzeugung Antriebskraft, dass jeder Mensch seiner Würde wegen, um seinen Lebensunterhalt selbst zu sichern und auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu haben, für den Erwerbsarbeitsmarkt seinen Fähigkeiten und Neigungen nach mit Achtung seiner bisherigen Biografie gemäß beschäftigt und qualifiziert werden muss, so er dazu seinen Beitrag leisten möchte, um ihn- so möglich- mit Perspektive aus der staatlichen Alimentierung und häufig auch als Folge aus der gesellschaftlichen Marginalisierung und Stigmatisierung herauszulösen, damit er sein Leben selbstständig und in Freiheit in die Hand nehmen kann.
Hierzu sinnstiftende Arbeitsfelder herauszufiltern, die den betroffenen Menschen persönlich helfen und sie weiterbringen, gleichzeitig aber auch von gesellschaftlichen Relevanz sind, bilden die Schnittstelle zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement auf der einen und Erwerbsarbeit auf der anderen Seite und schaffen im besten Fall eine erfüllende Allianz für beide Seiten, die weder hier noch da in Eindimensionalität zu erreichen wären.
Umwelt
Sich im Zuge von Engagement der „Umwelt“ zu widmen, gehörte zur Gründungsphase nicht nur zur immer drängender gestellten Frage, sondern entsprang auch der Erkenntnis, dass Leben, Wirtschaft und Produktion nur dann eine Zukunft haben, wenn sie die Fragilität unserer elementaren Lebensgrundlagen, deren Verletzlichkeit und unserem darauf Angewiesensein in alle Überlegungen einbeziehen und auch zum Hauptblickwinkel unseres Handelns machen. Entsprechende und lange bereits geäußerte Denkgrundlagen und Analysen dazu gab es auch in den 1990er Jahren schon im hohen Maße, ohne dass der ausreichende Versuch gemacht wurde, diese in den Gesamtalttag zu übertragen.
Den Erkenntnisreichtum in zunächst überschaubar lokalen Zusammenhängen mit zum Durchbruch zu verhelfen zu versuchen und gleichzeitig im Prozess immer weiter nach einem notwendigen Mehr zu suchen und verlangen, sollte Ansporn für das damit verbundene Engagement sein und daraus gleichzeitig auch neue Arbeitsfelder für zu qualifizierende und beschäftigende Menschen zu schaffen, wurde zum ehrgeizigen Ziel der Vereinsakteure mit anderen in der Stadtgesellschaft Veränderungswilligen gemeinsam. Flankierend dazu gewannen Bewusstsein- und Bildungsarbeit mit entsprechenden Vermittlungsformaten an Bedeutung..
Die Fokussierung auf jegliche recyclingfähige Stoffe, das Re- und Upcycling von den Wertstoff Holz und Kleidung/Textil erwiesen sich dabei als dankbare praktische Transformationsfelder, um sie qua überschaubaren Arbeitsfeldern auch nach außen hin sichtbar und plausibel zu machen und ihnen dabei gesellschaftliche Relevanz zu verleihen. Auch hier und trotz der Weiternutzungserfolge wurde der Verein und sein Akteure aber gleichzeitig nicht zu vermitteln müde, dass jedes Produkt, das solchen Prozessen nicht unterzogen werden muss, ein Gewinn für die Umwelt und daher auch für unsere Lebensgrundlage ist, die zunächst Ausgangspunkt jeglicher Herstellungsprozesse sein muss.
Kultur
Der dritte und keinesfalls nachrangige Bereich im Trägernamen, die „Kultur“, hat, obwohl sie erst später im Jahr 1996 hinzu kam, keine in der Rangfolge geringere Bedeutung.
Da ausnahmslos jeder Mensch welcher Herkunft und aus welchem Umfeld und Milieu auch immer stammend ein kulturelles Wesen ist, gilt es auch diesem viel zu wenig beachteten Bereich eine weit höhere Aufmerksamkeit zu schenken, als das allenthalben geschieht. Kultur ist auf ihre Weise ein andersartiges Lebensmittel- ein Mittel zum Leben also- und muss zweifelsfrei mehr Wertschätzung erfahren, was wir seither im „Soziokulturelles Zentrum Klösterchen“ als exemplarischen Ort versuchen.
Verwurzelung, Eingebundenheit, Beziehungspflege und Zugehörigkeit sind dabei ebenso wesentliche Stichworte, wie Ort von Demokratisierung und Erinnerungskultur zu sein, gleichzeitig aber auch außerschulische Lernangebote zu machen und schließlich und nicht weniger bedeutend Kumulationspunkt dafür zu sein, sich zu treffen und miteinander zu genießen und auch durch kulturelle Angebotsformate der Lust auf das Leben immer wieder neu Nahrung zu geben, um ein Gegengewicht zu den multiplen Krisen und Konflikten zu schaffen, die uns ansonsten unsere nötige Zuversicht zu zerstören drohen würden.
